Erfolgreiche Teilnahme bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft im 30min Ergometerrudern am 22. Februar 2025 in Starnberg
Getreu dem Motto: DER FRÜHE VOGEL FÄNGT DEN WURM.
Claudia (Ciescholka), Jan (Löning) und ich (Jörg Frasunkiewicz) hatten von der Geschichte mit dem frühen Vogel gehört. Einem Trumpf, auf den zu setzen zumindest Jan und ich die einzige Chance für uns sahen, nicht gänzlich erfolglos an den Internationalen Deutschen Meisterschaften im 30min. Ergometerrudern in Starnberg teilnehmen zu können. Einzige Voraussetzung war – der Weisheit zufolge – offensichtlich das frühe Aufstehen, dem wir uns für den Fall einer Teilnahme ohnedies nicht hätten entziehen können. Daher nickten wir uns zu, standen seeeehr früh auf und machten uns vom Treffpunkt KRA nach Starnberg auf. Und weil das mit diesen Weisheiten und Geschichten doch immer ein wenig vage und nicht gerade verlässlich ist, begleitete uns WD, um uns mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
In Starnberg angekommen ging es dann für unser Leichtgewicht Claudia zum Wiegen. Die Waage war gnädig; alles gut. Dann das Warten auf den ersten Start. Genügend Zeit, um zu sehen, wie sich zunächst die Jugend quälte, das Alter der Teilnehmer von Durchgang zu Durchgang langsam zunahm. Aber nicht nur das Alter. Wir konnten beobachten, wie beachtliche Muskelmassen sich zunächst auf die 8000 m in 30 Minuten zubewegten, diese dann überschritten und im Spitzenwert bei achtenswerten 8726 m landeten. Ziele, von denen wir in der Nacht zuvor sicherlich geträumt hatten, aber nur das.
Dann war es so weit. Zuerst durfte sich Claudia beweisen. Wir Männer konnten uns noch ein wenig ausruhen und uns mit guten Ratschlägen von der bevorstehenden Anstrengung ablenken. Claudia fuhr – von WD mit den richtigen und wichtigen Hinweisen und Eingebungen versehen – mit all ihrer Routine ein starkes Rennen und ließ keinen Zweifel an ihrem Sieg. Nach – auch für sie – im Laufe des Rennens immer länger werdenden 30 Minuten verteidigte sie die führende Position bis zum „Ziel“. Erschöpft, aber glücklich konnte sie das Gerät verlassen, um dann Urkunde, Medaille und Sieger-T-shirt entgegenzunehmen.
Dann wurde es auch für uns Männer als Debütanten ernst. Wir mussten die Komfortzone verlassen und uns auf den 30-minütigen Kraftakt vorbereiten. Vorletztes Rennen für den Tag: Jan ist dran. Das Ergometerdisplay gibt das Startzeichen. Los geht`s. Kette ziehen, in Gang kommen. Aber nicht zu schnell anfahren, das könnte sich auf der Strecke rächen!!!?? Angesichts der neben und vor ihm sitzenden Konkurrenten ein schöner Vorsatz, aber nicht zu halten. Da geht die Post ab, kein Halt mehr. 5 Minuten – och, das geht gut. Und WD erzählt was von einem 3. Platz. 10 Minuten, geht noch und bloß den dritten Platz halten. 20 Minuten – war wohl doch zu schnell. 25 Minuten – gleich geht nichts mehr. Doch WD puscht, die Halle tobt, denn es werden alle angefeuert. Da kann man doch nicht einfach aufhören. Es wird dunkel, die Muskeln brennen. Irgendwie geht es. Noch 2 Minuten – Tempo steigern, aber wie. Egal, irgendwie durch und zu Ende bringen. „0“ – geschafft, keine Luft mehr, die Muskeln schreien. Schulterklopfen und Bestätigung: dritter Platz, unerwartet, stark und knapp.
Letztes Rennen: Jörg setzt sich auf das Ergometer. Und los geht es. Hinter dem Vorjahressieger her, der Platz drei hält. WD puscht. Langsames Herankommen, gleiche Höhe, vorbei gegangen. Abstand ausbauen und halten. Die beiden ersten sind zu weit weg. 20 Minuten vorbei, das Sterben beginnt. Ähnliche Gefühls- und Körperverfassung, wie bei Jan. Und endlich auch auf meinem Ergo die „0“. Dritter Platz, ebenfalls unerwartet.
Am Ende drei frühe Vögel mit drei Würmern, was will Frau / Mann mehr.
Claudia: 1.Platz bei den Frauen 50-54 Jahre, Leichtgewicht, 7122 m,
Jan: 3. Platz bei den Männer 60-64 Jahre, 7557 m und
Jörg: 3. Platz bei den Männern 65-69 Jahre, 7434 m.
Und: mit drei Teilnehmern Platz 20 von 49 „Vereinen“ und die beste Platzierung aus Baden-Württemberg.
Insgesamt ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Auf den „frühen Vogel“ ist halt doch Verlass?
Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, dann vielleicht (noch) besser vorbereitet. Ziele lassen sich da bestimmt noch viele stecken.
Und wie ist das mit euch? Jede/r kann mitmachen, eine tolle Erfahrung und mit dem frühen Vogel an der Seite, was soll da schief gehen. Das Schöne: mit solch einem Wettkampf vor Augen macht ein kontinuierliches Wintertraining auf dem Ergo erst richtig Sinn. Also, Jugend, Junioren, Männer, Frauen, Master, es geht was.
Bericht: Jörg Frasunkiewicz
Fotos: Teilnehmer